Studieren in der Elternzeit

In der Elternzeit muss man nicht arbeiten, darf Zuhause sein Kind betreuen und hat Anspruch auf Elterngeld. Doch die Elternzeit kann und wird von immer mehr Menschen heutzutage anderweitig genutzt: zum studieren. In diesem Beitrag erfährst du warum sich ein Studium in der Elternzeit lohnt und wie es rechtlich dabei für dich aussieht.

Rechtliche Lage

Studieren ist ein Vollzeitjob: Wieso ist dann das Studieren in der Elternzeit erlaubt, während man nicht oder nur maximal 30h pro Woche arbeiten darf?

Ganz einfach: es gibt kein Gesetz, dass eine Weiterbildung während der Elternzeit verbietet.

Eltern müssen ihr Kind in der Elternzeit selbst betreuen und erziehen. Das bedeutet aber nicht, dass sie es alleine betreuen müssen. Ein Teil der Betreuung und Erziehung kann durchaus auch durch andere übernommen werden, bspw. in einer Kita oder durch eine Tagesmutter. Die Freizeit, welche die Eltern durch die Betreuung des Kindes haben, können sie für das Studium nutzen.

Elterngeld gibt’s auch für Studenten

Ihr könnt auch während des Studiums Elterngeld bekommen. Eltern die Elterngeld bekommen und gleichzeitig arbeiten dürfen die Grenze von 30 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Diese Grenze gilt jedoch nicht für das Studium. Das Studium ist keine Erwerbstätigkeit im Sinne eines Beschäftigungsverhältnisses gegen Entgelt zu verstehen.

Side note: auch wenn du vor der Schwangerschaft keiner Erwerbstätigkeit nachgekommen bist hast du Anspruch auf Elterngeld. Dieses ist dann das Minimum von 300,-€ Basis Elterngeld bzw. 150,-€ ElterngeldPlus pro Monat. Näheres zum Elterngeld findet ihr in einem älteren Beitrag von mir hier.

Studierende können außerdem nach Ablauf des ersten Elternzeit-Jahres Betreuungsgeld beantragen unter der Voraussetzung, dass euer Kind keinen staatlich geförderten Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter hat.

Euren Arbeitgeber geht euer Studium nichts an, auch nicht in der Elternzeit

Ihr müsst euren Arbeitgeber nicht über das Studium während der Elternzeit in Kenntnis setzen. Dies ist dann von Vorteil, wenn ihr in der Elternzeit ein Studium aufnimmt, welches euch für den aktuellen Job nichts bringt, sondern viel mehr einen Stellenwechsel ermöglicht.

Es kann natürlich auch Vorteile bringen, seinem Arbeitgeber von dem Studium zu berichten. Eventuell könnt ihr als Elternzeit-Student so Engagement zeigen und Bonus-Punkte sammeln für einen Aufstieg in dem Unternehmen.

Durch diese Rechtslage hat der Gesetzgeber einen Raum geschaffen, in welchem das Studium in der Elternzeit ermöglicht wird.

Universitäre Vorteile

Nach dem wir nun festgestellt haben, dass der Gesetzgeber Elternzeit-Studenten keine Steine in den Weg legt, sollten wir uns einmal die Vorteile der Uni‘s unter die Lupe nehmen. Denn auch die Uni’s sind heutzutage sehr darauf bedacht Studierenden mit Kind ein Studium in Elternzeit zu ermöglichen.

Nachteilsausgleich

Die meisten Uni‘s bieten für Schwangere und Eltern den Nachteilsausgleich an. Dieser kann sehr verschieden gestaltet sein, doch es gibt immer einen. Wenn ihr also mit dem Gedanken des Studiums in der Elternzeit spielt, kann es sich lohnen die Website eurer Uni aufzusuchen. Meist gibt es sogar eine Beratungsstelle an eurer Uni, die euch über alles aufklärt und sogar in finanzieller Hinsicht beraten kann. Ansonsten könnt ihr euch an euer Studienbüro wenden.

Finanzielle Starthilfe

Habt ihr euch schon mal gefragt, wofür genau ihr eure Semesterbeiträge zahlt? Klar sind die Beiträge an den Uni’s unterschiedlich, doch zahlt ihr alle in der Regel für:

  •  dasSemesterticket
  • das Studentenwerk und
  • Bearbeitungsgebühren.

Wir wollen uns das Studentenwerk näher ansehen. Denn dieses sorgt sich nicht nur um das stets günstige Essen in der Mensa, sondern vergibt eventuell für Eltern sozusagen „Startgeld“. So vergibt beispielsweise das Studentenwerk Potsdam pro Kind 200,-€ direkt bar auf die Hand. Das ist ein ganzer Monat Kindergeld (derzeit 204,-€/ Monat) geschenkt. Als Nachweis braucht man nur die Geburtsurkunde und eine Immatrikulationsbescheinigung (bei der Geburt müsst ihr immatrikuliert gewesen sein).

Zeitgestaltung

Zu guter Letzt möchte ich die flexible Zeitgestaltung ansprechen. Bekanntermaßen sind die Vorteile des Studiums, dass ihr euch eure Kurse mehr oder minder selbst aussuchen könnt bzw. die Zeit der Pflichtkurse selbst einteilen könnt. Wenn ihr euch also einen Stundenplan zusammenstellt, der sich an die Kita Zeiten anpassen lässt, steht dem Studium doch überhaupt nichts im Weg. Die meisten Uni‘s bieten außerdem Hilfe bei der Betreuung der Kinder an oder haben sogar eigene Kitas, welche extra den Studenten und Angestellten der Uni zur Verfügung stehen.

Habt ihr mal einen ungeplanten Kurs oder Veranstaltung am Wochenende, gibt es meistens auch die Möglichkeit einer einmaligen Betreuung. Die Uni’s bieten heutzutage wirklich vieles für Elternzeit-Studenten.

Natürlich ist es nicht leicht. Hat auch keiner behauptet. Aber heutzutage ist das unmögliche MÖGLICH. Klar wird’s finanziell eng, aber als Student hat man meistens sowieso nicht viel. Die Ausgaben, die mit dem Baby kommen, werden zum größten Teil durch bspw. Kindergeld gedeckt. Denn insbesondere im ersten Jahr kommen vor allem für gestillte Kinder kaum laufende Kosten dazu. Natürlich kostet die Erstausstattung etwas, doch seid ihr später durch die ca. 200,-€ Kindergeld erstmal gut versorgt.

Was haltet ihr davon? Würdet ihr während der Elternzeit weiter studieren bzw. ein Studium aufnehmen? Ich persönlich habe vor in der Elternzeit weiter zu studieren bevor ich wieder arbeiten gehe. So können wir uns in das neue Leben besser eingewöhnen und ich verpasse nicht so viel Stoff in der Uni.

Für Anregungen und/ oder Kritik steht euch mein Kontaktformular gern zur Verfügung. Habt ihr Themen die euch interessieren? – Gebt mir gern Bescheid, was ihr gerne im neuen Jahr lesen wollt.

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Dienstag

Alisa

Du magst vielleicht auch:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.