Die Schilddrüse – Warum ist sie wichtig?

Denkt immer daran: ich bin kein Profi und definitiv kein Arzt. Ich teile mit euch MEINE Erfahrungen als Betroffene und die Information die ich in meinem eigenen Interesse recherchiert habe.

Hej ihr Lieben,

willkommen zurück. Vielleicht hat es der eine oder andere von euch mitbekommen, aber ich leide an der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse namens Hashimoto Thyreoiditis. Hast du schon einmal davon gehört? Nein? Dann lies doch weiter und ich erzähle dir was das ist, warum das dem Kinderwunsch bzw. mit Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird und, was dich nach der Entbindung erwarten kann.

Was ein Hashimoto Thyreoiditis ist und wie er behandelt wird

Ein Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Im Klartext: es ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die durch das eigene Immunsystem ausgelöst wird.

Doch was ist eigentlich die Schilddrüse und welche Funktionen erfüllt sie?

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, welches sich unter dem Kehlkopf an der Luftröhre befindet. Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Schilddrüsenhormone, welche den Kreislauf, das Wachstum, den Stoffwechsel und die Psyche beeinflussen.

Was ist also die Hashimoto Thyreoiditis?

Den Namen hat diese Erkrankungen von ihrem Entdecker: dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto.

Das eigene Immunsystem greift fälschlicherweise das Gewebe der Schilddrüse an und beschädigt dieses. Als Folge resultiert eine chronische Schilddrüsenentzündung, medizinisch chronische Thyreoiditis genannt.

Folgend führt die Hashimoto Thyreoiditis zu einer Schilddrüsenunterfunktion (ein Mangel an Schilddrüsenhormonen).

(!) Frauen sind häufiger von der Autoimmunerkrankung betroffen.

Es gibt zwei Arten der Krankheit:

Klassische Form

Die Schilddrüse vergrößert sich und die Funktion wird eingeschränkt.

Atrophische Form

Bei dieser Form des Hashimoto wird das Schilddrüsengewebe zerstört, das gesamte Organ geht ein.

Welche Ursachen hat der Hashimoto?

Der Hashimoto ist autoimmun bedingt, das bedeutet: der Körper fängt aus unbekannten Gründen an Antikörper gegen die Eiweiße der Schilddrüse zu bilden.

Es gibt verschiedene Vermutungen bzw. Ansätze für die Ursache des Hashimoto:

Eine Vermutung ist, dass eine bakterielle oder virale Infektion diese Krankheit auslöst.

Die andere Vermutung ist, das es eine genetische Veranlagung gibt.

Kann man also den Hashimoto erben?

Jein. Geht man nach der einen Meinung ist er nicht direkt vererbbar nicht. Dennoch sind Angehörige von Betroffenen statistisch gesehen öfter dazu geneigt an der Krankheit zu erkranken, als der Rest der Bevölkerung.

Jod und Hashimoto Thyreoiditis

Die Erfahrung hat gezeigt, dass große Mengen Jod den Hashimoto (nicht die Unterfunktion an sich) verschlechtern oder frühzeitig hervorrufen können, sofern eine Veranlagung hierzu besteht.

Begleitende Krankheiten

Der Hashimoto kann begleitend noch weitere Erkrankungen auslösen bzw. von anderen Erkrankungen ausgelöst werden. Diese sind:

  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
  • Zöliakie (Glutenunterverträglichkeit)
  • Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit)
  • Morbus Addison
  • perniziöse Anämie (schwere Blutarmut)
  • Hashimoto-Enzephalopathie (Erkrankung des Gehirns)

Symptome

Die Schilddrüse tut nicht weh. Die Anfänge der Krankheit bleiben meist unbemerkt. Die Krankheit wird meistens erst „entdeckt“, wenn der Hashimoto bereits eine Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst hat. Erst dann treten deutlichere Symptome auf, wie:

  • ständige Müdigkeit, Schwäche
  • Desinteresse
  • Gedächtnisschwäche und Konzentrationsprobleme
  • Heiserkeit
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährungsgewohnheiten, Verstopfung, verlangsamter Stoffwechsel
  • trockene Haut und brüchige Nägel
  • Haarausfall und spröde Haare
  • verminderte Fruchtbarkeit und Zyklusstörungen
  • erhöhte Blutfettwerde

Behandlung des Hashimoto

Simpel: keine Ursache = keine Therapie. Die aufgetretenen Symptome lassen sich jedoch durch den Ersatz der fehlenden Schilddrüsenhormone behandeln. In der Regel erhalten Betroffene ihr Leben lang Tabletten mit dem künstlichen Hormon Levothyroxin (L-Thyroxin). Für die richtige Aufnahme des Körper müssen die Tabletten morgens auf den leeren Magen genommen werden.

Bei der klassischen Form des Hashimoto muss eventuell die Entfernung des gesamten Organs in Betracht gezogen werden.

Was hat also die Schilddrüse mit einer Schwangerschaft bzw. einem Kinderwunsch zu tun?

Wir schauen mal auf die Symptome, um genau zu sein auf das fettgedruckte: verminderte Fruchtbarkeit und Zyklusstörungen. Das Problem für mich hieran ist, dass man bei dem Kinderwunsch grds. sagt: ein Jahr erfolglos probieren und danach erst zum Arzt gehen.

-Hier mal eine kurze Storytime: wir haben’s ein halbes Jahr probiert, ich wurde schwanger und habe das Baby verloren.- Aber NUR dank der Fehlgeburt haben die Ärzte herausgefunden, dass ich nicht nur eine Schilddrüsenunterfunktion habe, sondern die Antikörper des Hashimoto vorliegen. So. Ich war zwei Jahre davor ständig bei verschiedenen Ärzten, da mich meine Müdigkeit, meine Gewichtszunahme und Gedächtnislücken wahnsinnig gemacht haben. Die Aussagen reichten von: „Schließ den Kühlschrank ab“ bis hin zu „Es ist psychisch bedingt, Sie machen sich selbst krank“.-

Und deshalb ist mir dieses Thema so wichtig: liebe KiWu-Tante, liebe Schwangere: DU musst dich darum kümmern, dass dein Arzt mal aus dem Bottich kommt und dich ordentlich durch checkt. Natürlich kann es mal dauern bis man schwanger wird, aber dennoch können die einmal alle Blutwerte kontrollieren. Mir sind leider einige Ärzte begegnet die wirklich sagen: „Kommen Sie erst, wenn Sie es ein Jahr lang probiert haben.“

Schilddrüsenzentrum Köln beschreibt den Einfluss der Schilddrüse in der Schwangerschaft wie folgt:

…. Durch die erhöhten Stoffwechselvorgänge kommt es zu einem um bis zu 50 Prozent gesteigerten Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Um eine ausreichende Produktion der Schilddrüsenhormone zu gewährleisten, liegt der Jod-Bedarf mit 200 Mikrogramm pro Tag deutlich höher liegt als bei Nicht-Schwangeren. (Mein Kommentar: ausgenommen beim Hashimoto natürlich!)

(….)

Eine gestörte mütterliche Schilddrüsenfunktion kann dem Ungeborenen großen Schaden zufügen, vielleicht sogar zu gesundheitlichen Problemen führen, die das gesamte Leben anhalten. Zudem ist das Risiko für Fehl- und Totgeburten sowie Frühgeburten durch eine unbehandelte Erkrankung der Schilddrüse erhöht. Schilddrüsenerkrankungen der Mutter können im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft zum ersten Mal auftreten. Besonderes Augenmerk muss jedoch auf Schilddrüsenerkrankungen gelegt werden, die bereits vor der Schwangerschaft bestanden. …

Die Schilddrüse kann große Auswirkungen herbeirufen

Ein so kleines Organ und doch so wichtig. Die Schilddrüse ist in der Lage euren Körper komplett durcheinander zu bringen und kann euch, da unentdeckt, mehrere kinderlose Jahre kosten.

Hormonchaos nach der Entbindung: auch die Schilddrüse kann betroffen sein

Da die Schilddrüse, wie wir bereits kennengelernt haben, wichtige Hormone bildet, ist es nicht überraschend, dass diese nach der Entbindung ebenfalls schwanken können.

Noch einmal ein Exkurs zur Schwangerschaft:

In der Schwangerschaft ist die Schilddrüse gestresst. Denn nun muss die Schilddrüse nicht nur den eigenen Körper mit den wichtigen Hormonen versorgen, sondern auch das Ungeborene.

Nach der Geburt arbeitet das Immunsystem wieder normal und kann wieder mehr Antikörper bilden, die die Schilddrüse angreifen. Diese Antikörper richten sich bspw. gegen das Enzym TPO, welches die Schilddrüse bei der Hormonherstellung unterstützt. Die Funktion wird beeinträchtigt und das Organ gerät ins Ungleichgewicht = es werden zu viele oder zu wenige Hormone hergestellt.

Folglich kann es auch sein, dass die bisherige Dosis vom L-Thyroxin plötzlich nicht mehr funktioniert und die Dosierung neu eingestellt werden muss.

Zusammengefasst:

Bitte lass vor allem beim Kinderwunsch deine Schilddrüse kontrollieren. Die Schilddrüse hindert dich jedoch nicht an einer Schwangerschaft, vorausgesetzt du bist medikamentös richtig eingestellt. Dies ist sehr wichtig um ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen.

Wenn du bereits Schwanger bist, solltest du die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung nicht unterschätzen und vor allem nach der Entbindung mehr darauf achten. Bist du Müde wegen des Babys oder ist dein Spatz ein guter Schläfer und trotzdem bist du unglaublich erschöpft und demotiviert?

Bei mir ist die Schilddrüse auch über sieben Monate nach der Entbindung leider nicht richtig eingestellt. Es pendelt sich einfach nicht richtig ein. Du solltest daher wissen, dass die für dich richtige Schilddrüseneinstellung eine kleine Weile brauchen könnte.

Hast du auch Probleme mit der Schilddrüse? Hattest du sie vor, während oder erst nach der Schwangerschaft bekommen? Schreib doch gerne ein Kommentar unter diesem Beitrag.

So, nach diesem eher ernsten Thema wünsch ich dir dennoch ein schönes Wochenende und freue mich auf dich nächstes mal. Bis Bald!

-Alisa

Da ich keine Medizin-Studentin bin, habe ich die ganze Info natürlich sorgfältig recherchiert. Hier daher meine Textquellen:

https://www.apotheken-umschau.de/Hashimoto-thyreoiditis

https://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenentzuendung/hashimoto-thyreoiditis/

https://www.schilddruesenzentrum-koeln.de/wissenswertes/weitere-themen/schilddruese-und-schwangerschaft

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